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Tuning von Oldtimern


Tuning von Oldtimern

09.06.2022 19:56 von Nachricht MotorScene (38)
1. Einleitung

1.1. Einleitung
Das Tuning von Fahrzeugen war bereits in den 1980er sowie 1990er Jahren stark im Trend, wodurch auch für Oldtimer eine Menge an Tuningteilen zu finden ist. Zudem haben sich über die Zeit immer neue Tuningteilanbieter und andere Methoden des Tunings gezeigt. Sollten Sie einen Oldtimer besitzen und ein Interesse an der Individualisierung Ihres Fahrzeuges haben, hat sich bei Ihnen bestimmt schonmal eine Frage nach dem richtigen Tuning gestellt. Hier besteht aber viel Unsicherheit über eine Reihe von Themen. Die wichtigsten Fragen welche sich hier einigen Oldtimerbesitzern stellen, sind hier wo ein Tuning bei den alten Fahrzeugen denn überhaupt möglich ist und ob hierbei das H-Kennzeichen behalten werden kann.

1.2. Warum oft getunt wird/ sollte getunt werden
Häufig wird das eigene Auto getunt, um das eigene Auto zu individualisieren damit der eigene Geschmack getroffen und präsentiert wird. Dies ist ebenfalls oft der Fall, wenn ein Oldtimer besessen wird. Häufig wird hier insbesondere darauf geachtet ein zeitgenössisches Tuning durchzuführen, also Tuningteile zu verwenden welche zu der Zeit des Oldtimers häufig verwendet wurden. Dies gilt in der Tuningszene als eine „anerkannte“ Methode und der Wert des Fahrzeugs wird hierdurch in der Regel ebenfalls nicht gesenkt. Zudem ist dies auch für die H-Zulassung Ihres Fahrzeuges wichtig, wie im Weiteren näher erläutert wird.

1.3. Was darf ich an einem Oldtimer mit H-Kennzeichen tunen?
Bei dem Tuning Ihres Fahrzeuges ist es aber sehr wichtig einige Dinge zu beachten. So gilt es, um die H-Zulassung Ihres Fahrzeuges zu behalten, die Vorgaben des TÜVs genau zu beachten. Da das H-Kennzeichen dem Erhalt und der Pflege von fahrzeugtechnischem Kulturgut dient, sind hier nur minimale Modifikationen zugelassen. Ausschlaggebend ist ob die verbauten Modifikationen zeitgenössisch sind, wobei der Begriff hier fest definiert ist. Als zeitgenössisch gelten Modifikationen, welche innerhalb der ersten 10 Jahre nach Neuzulassung, verfügbar waren und zudem auch mehrfach durchgeführt wurden. Sollte dies zutreffen, kommt dieses Tuning auch für ein Auto mit H-Kennzeichen infrage.

2. Das Tuning

2.1. Häufige Tuningmaßnahmen

2.1.1. Fahrwerk
Eines der am häufigsten verwendeten Tuningbauteile ist das Fahrwerk, welches ebenfalls bei Oldtimerliebhaber oft verbaut wird. Hier kommt wieder die Regelung der zeitgenössischen Modifikation für ein H-Kennzeichen in Kraft, insofern Sie ein H-Kennzeichen nutzen wollen. Sollte dies für Sie kein Kriterium darstellen, steht einem Gewinde- oder sogar Luftfahrwerk nichts mehr Im Wege. Oft wird hierdurch sogar eine Verbesserung der Fahreigenschaften erlangt, da die Fahrwerkstechnik der damaligen Zeit nicht so stark ausgereift war. Hier muss sich lediglich auf die generell geltenden TÜV Vorschriften bezüglich des Fahrwerks, sowie der verwendeten Radkombinationen beachtet werden.

2.1.2. Bremsanlage
Viele interessieren sich bei dem Tuning für Ihren Oldtimer insbesondere für das Nachrüsten von Scheibenbremsen. Hier spielt insbesondere der Fahrsicherheitsaspekt eine große Rolle und kann das Fahrerlebnis Ihres Alten umso entspannter machen. Um auch hier eine H-Zulassung behalten zu können, müsse diese Bremsen entweder in der Baureihe verfügbar gewesen sein oder ein zeitgenössisches Prüfzeugnis vorliegen. Auch hier muss die Originalität des Fahrzeuges erhalten bleiben.

2.1.3. Motortausch
Da die Oldtimer meist bereits eine große Laufleistung aufweisen oder auch eine zu lange Standzeit, ist ein Motorschaden keine Seltenheit. Es besteht die Möglichkeit, das Fahrzeug zu verkaufen. Alternativ kann auch ein Austauschmotor verbaut werden. Diese Gelegenheit wird oft genutzt um einen anderen, vielleicht stärkeren, Motor einbauen. Sollten Sie sich nicht um die H-Zulassung kümmern, gelten hier wie bei jedem anderen „Motorswap“ die üblichen TÜV Vorschriften. Um jedoch eine H-Zulassung behalten zu können gilt hier zu beachten, dass nur ein mindestens 30 Jahre alter Motor des gleichen Herstellers in Frage kommt. Sollte ein neuerer Motor gewünscht werden, ist dies nur möglich, wenn dieser über den gleichen Hubraum und der gleichen Leistung verbaut werden, wobei dieser ebenfalls baugleich sein muss.

2.1.4. Beleuchtung und Elektrik
Die Fahrzeugelektrik sowie die Beleuchtungseinrichtungen eines modernen Autos haben die größten Fortschritte einem Oldtimer gegenüber gemacht. Hier liegt es also nahe, dass einige den Fahrzeugkabelbaum modifizieren oder auch den Scheinwerfer austauschen wollen. Hier sind die TÜV Vorschriften nicht sonderlich streng ausgelegt. So ist beispielsweise das Austauschen eines Radios oder auch die Umrüstung von 6V Bordelektronik auf 12V kein Problem. Bei dem Einbau von Scheinwerfern gilt es zu beachten auch dass diese als zeitgenössisch gelten sollten, um die Vorteile einer Oldtimerzulassung nutzen zu können.

2.1.5. Rad/Reifenkombinationen
Die Änderung der Felgen, der Reifen oder auch eine Kombination beider stellt eine der beliebtesten Tuningmöglichkeiten dar, so auch bei einem Oldtimer. Grund hierfür ist, dass diese schnell und einfach zu wechseln sind und einen großen Teil zu dem optischen Erscheinungsbild beitragen. Zusätzlich zu den zeitgenössischen Felgen sind hier auch vom Werk aus freigegebene Räder, Umrüstungen die nachweislich vor mehr als 20 Jahren durchgeführt wurden oder auch im Räderkatalog des Herstellers aufgelistet wurden. Hier bestehen also eine Menge an Möglichkeiten das H-Kennzeichen bei Ihrem Oldtimer zu behalten, aber dennoch die gewünschte Felgenvariation zu fahren. Bei den Reifen ist es zudem erlaubt von den Diagonal- zu den Radialreifen zu wechseln. Da ein Radialreifen ein deutlich besseres Kurvenverhalten sowie einen geringeren Rollwiderstand aufweist, kann ein solcher Wechsel eine deutliche Verbesserung der Fahrdynamik bedeuten.

2.2. Mögliche Probleme
Bei dem Motortuning eines Oldtimers gilt es immer zu beachten, dass eine Leistungssteigerung in der Regel eine verringerte Lebenserwartung des Motors bedeutet. Sollten Sie also ein Plus an Motorleistung erzielen wollen, gilt es stets zu beachten, dass dies, insbesondere bei einem bereits in die Jahre gekommenen Motor, ein erhöhtes Risiko zu einem Motorschaden darstellt. Ebenso sollten Sie vor dem Umbau immer mit dem TÜV Prüfer Ihres Vertrauens die Eintragung der Bauteile abfragen. So schützen Sie sich vor hohen Kosten, sollte dieser die Eintragung nach dem Verbau verweigern.

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